Einstellungstest bei Polizei und Bundeswehr: der Logikteil
Polizei und Bundeswehr führen jedes Jahr Zehntausende Auswahlverfahren durch, und der schriftliche oder computergestützte Test ist die erste Hürde, an der die meisten Bewerber scheitern. Nicht, weil die Aufgaben besonders schwer wären, sondern weil sie unter hohem Zeitdruck kommen und weil viele Bewerber die Aufgabentypen zum ersten Mal sehen. Beides lässt sich in wenigen Wochen beheben.
Der Bundeswehr-CAT
Der Computer-Assistierte Test (CAT) findet in einem Karrierecenter der Bundeswehr statt und dauert je nach Laufbahn mehrere Stunden. Er ist adaptiv, die Schwierigkeit passt sich an die Antworten an, was bedeutet, dass jeder Bewerber irgendwann an Aufgaben kommt, die er nicht mehr lösen kann. Das ist gewollt und kein Grund zur Sorge.
Der Logikteil enthält:
- Zahlenreihen mit den üblichen Regelfamilien, siehe Zahlenreihen lösen.
- Figurenreihen und Matrizen, siehe Figurenreihen lösen und Matrizentests lösen.
- Merkfähigkeit. Listen, Bilder oder Zahlen einprägen und nach einer Ablenkungsaufgabe wiedergeben.
- Konzentration. Zeichen zählen, Symbole vergleichen, über mehrere Minuten mit gleichbleibendem Tempo.
- Rechnen. Grundrechenarten, Dreisatz, Prozent, Textaufgaben, ohne Taschenrechner.
- Reaktion und Mehrfachbelastung für technische und fliegerische Laufbahnen.
Dazu kommen Sprachverständnis, Rechtschreibung, Allgemeinwissen, Englisch und ein Persönlichkeitsfragebogen. Für Offizierslaufbahnen und Fachverwendungen folgen weitere Teile.
Der Polizei-Einstellungstest
Die Landespolizeien und die Bundespolizei haben eigene Verfahren, die sich im Aufbau ähneln. Der schriftliche oder computergestützte Teil enthält fast immer:
- Logik. Zahlenreihen, Figurenreihen, Matrizen, Analogien, Syllogismen ("Alle A sind B, kein B ist C, also…").
- Räumliches Vorstellen. Spiegelbilder, Würfel, Ansichten, siehe Spiegelbilder und Drehungen.
- Merkfähigkeit. Gesichter, Namen, Fahndungsplakate, Wegbeschreibungen. Das ist der polizeispezifische Teil, der in anderen Tests selten vorkommt.
- Konzentration. Meist ein Test nach dem Muster des d2 oder ein Vergleich von Zahlenkolonnen.
- Sprache. Diktat, Rechtschreibung, Textverständnis, teils Aufsatz.
- Allgemeinwissen und Politik.
Danach kommen Sporttest, Ärztliche Untersuchung, Interview oder Assessment Center. Der schriftliche Teil ist der mit der höchsten Ausfallquote, weil er der erste ist und weil viele ihn unterschätzen.
Warum der Zeitdruck das eigentliche Problem ist
Die Aufgaben sind einzeln lösbar, aber es sind viele, und die Zeit pro Aufgabe liegt oft unter dreißig Sekunden. Wer bei jeder Aufgabe zuerst verstehen muss, was verlangt ist, verliert die Hälfte der Zeit an den Formaten. Wer die Formate kennt, verwendet die ganze Zeit auf die Lösung. Das ist der Übungseffekt, den die Forschung mit rund einem Viertel Standardabweichung allein durch Wiederholung beziffert, siehe Kann man den IQ trainieren?
Drei Wochen Vorbereitung
- Woche eins: Logik. Zahlenreihen, Figurenreihen und Matrizen, täglich je zehn Aufgaben mit Erklärung. Die Regelfamilien und die Ausschlussmethode lernen.
- Woche zwei: Räumliches und Merken. Spiegelbilder mit der Reihenfolge-Methode, Zahlenspanne mit Bündelung, dazu polizeispezifisch Gesichter und Namen einprägen, etwa mit Fotos aus der Zeitung.
- Woche drei: Tempo. Alles gemischt unter Zeitlimit, dazu täglich fünf Minuten Konzentrationstest nach d2-Muster. Lernen, zu raten und weiterzugehen.
Parallel dazu Rechtschreibung und Allgemeinwissen, die sich anders vorbereiten lassen, und nicht zuletzt der Sporttest, der eigene Wochen braucht.
Was am Testtag zählt
Ausgeschlafen ankommen, weil Reaktionszeit und Konzentration nach einer kurzen Nacht messbar schlechter sind. Die Einweisung zu jedem Testteil ernst nehmen, auch bei bekannten Formaten, denn die Antwortweise am Bildschirm unterscheidet sich zwischen Verfahren. Und beim adaptiven CAT nicht erschrecken, wenn die Aufgaben gegen Ende unlösbar wirken: Das bedeutet, dass die vorherigen richtig waren.
Häufige Fragen
Was wird im CAT-Test der Bundeswehr geprüft?
Der computergestützte Test umfasst unter anderem Zahlenreihen, Figurenreihen, Matrizen, Merkfähigkeit, Konzentration, Rechnen, Sprachverständnis und Reaktionsaufgaben. Der Umfang hängt von der angestrebten Laufbahn ab.
Wie schwer ist der Polizei-Einstellungstest?
Die einzelnen Aufgaben sind mittelschwer, die Schwierigkeit liegt im Zeitdruck und in der Menge. Wer die Aufgabentypen kennt, hat einen deutlichen Vorteil.
Kann man den Polizei-Test wiederholen?
Bei den meisten Landespolizeien ja, nach einer Wartezeit von meist einem Jahr. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland und Bundespolizei.
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